the Original VOODOO RHYTHM
 

 

SA 26.2.2005  Dampfzentrale Bern, SWITZERLAND

 

LIVE:

REVEREND BEAT-MAN FEAT BROTHER FUZZY J, BROTHER DELANY

KING AUTOMATIC

ZENO TORNADO AND THE BONEY GOOGLE BROTHERS

ROY AND THE DEVIL'S MOTORCYCLE

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 thank you to everybody who helped at the first issue of the Voodoo Rhythm Hootenanny,it was a blast, lot's of great live acts, Zeno Tornado in the Voyer Room on a smal PA Burning and shaking the shit off the croud and Reverend the Roys and King Automatig on the Kessel Raum blowing the head of the people... 

this first Voodoo Rhythm Hootenanny was THE BLAST.. we will come back with the second one ...next year.. even biger and better.. more bands, flea markd and and and...... thank you Maggot Google for the Pictures below

 

 

some people having a good time

 

Fuzzy J, Reverend Beat-Man and Delany

 

delany coffe and cigarette.. you can smoke in the club yea !!

 

some more alcohol for Zeno Tornado

 

King Automatic and his amazing one man band

 

Reverend Beat-Man on TV Live !!

 

 

 

Roy and the Devil's motorcycle Hypnoting and shocking the avarage rock'n'roll people

 

pearly pearly nuch nuch ?

 

Dead Delany and Menmic Google

 

Chaebu-Googles last gig with Zeno Tornado.. he is the king

 

the Italians are in da House

 

King Automatic.. Suave Trash

 

 


 

Hootenanny (vom Hören-Sagen):

Eine wörtliche Übersetzung dieses zu anfang der 60er Jahre in Nordamerika populären und in Europa übernommenen Begriffes scheint es nicht zu geben. Schlagen wir nach bei Lutz Kirchenwitz:

"Woody Guthrie und Pete Seeger hatten ihn Anfang der 40er Jahre als Bezeichnung für eine zwanglose Party von Linken mit Musik, Tanz und Essen in Seattle gehört und übernahmen ihn, als sie mit ihrer damaligen Gruppe, den Almanac Singers, in dem Haus, das sie gemeinsam bewohnten, wöchentlich Veranstaltungen machten, auf denen sie Gewerkschafts- und Friedenslieder und Lieder gegen den Rassismus sangen. So wurde Hootenanny zum Begriff für eine sehr demokratische, improvisierte und engagierte Konzertform. Pete Seeger beschreibt sie so: 'Ich würde sagen, ein gutes Hootenanny sollte sowohl alte als auch neue Lieder beinhalten. Es sollte verschiedene Arten von Sängern vereinen, und anstatt das Ganze wie ein Konzert zu sehen, wo einer fünf Lieder singt und dann der nächste fünf Lieder singt und dann wieder der nächste fünf Lieder singt, sollten alle zusammen auf der Bühne sitzen und Lieder austauschen, songswapping' sagen wir dazu. Vielleicht steigt jemand beim Chorus mit ein. Vielleicht improvisieren sie, vielleicht hat plötzlich jemand eine Idee für ein Lied. Ein Hootenanny kann man nicht im voraus planen. Das Publikum sollte ermutigt werden mitzumachen. Das Ganze ist ein ungezwungenes Konzert ... Das Hootenanny ist zwanglos, improvisiert, frei. Das Grundprinzip, daß viele Leute zusammensetzen, ist eine Erweiterung dessen, wie die Leute singen, wenn sie Zuhause sitzen, oder wenn sie in einer Kneipe sitzen und Bier trinken oder in einem Restaurant. Ihre Vorstellung ist nicht die von einer Bühne auf der einen und dem Publikum auf der anderen Seite. Sie amüsieren sich. Sie benutzen die Musik, um sich zu unterhalten und um einander zu informieren und um einander Mut zu machen, etwas zu untemehmen.
1962-63 gibt es in den USA eine regelrechte Hootenanny-Mode - Hootenanny in der Carnegie Hall, Hootenanny und Tanz, Hootenanny Allstars, eine wöchentliche Fernsehsendung mit dem Titel 'Hootenanny' und sogar Hootenanny-Stiefel.

(...) In der DDR spielt Eine wichtige Rolle bei der Folksong-Rezeption der seit 1959 in Berlin lebende kanadische Sänger Perry Friedman. Im Januar 1960 führt er im Klub der Jugend und Sportler in der damaligen Stalinallee eine erste Hootenanny durch, bei der Künstler wie Lin Jaldati, Gisela May, Herrnann Hähnel und Karl-Heinz Weichert mitwirken.

Friedman selbst gewinnt von seinen ersten Veranstaltungen in der DDR folgenden Eindruck: '... es war die Zeit der Kofferradios. Die Fähigkeit, selbst zu singen, und die Lust an Liedern schienen bei den Jugendlichen verschüttet zu sein. Volkslieder galten als unmodern, als geradezu lächerlich. Aber in den wenigen Konzerten dieser Art reagierten die Leute gut, echt interessiert und beinahe überrascht. Ich selbst war schockiert, daß ich in Programmen mit Feuerschluckern und Schlagersängern auftrat. Ich hatte geglaubt, es gäbe keine Schlager mehr im Sozialismus ... Aber ich merkte: Die Leute wollten singen. Sie hatten nur vergessen, wie einfach das ist ... das Bedürfnis, gemeinsam zu singen, halbvergessene Lieder wiederzufinden, lag in der Luft..."


 THE ORIGINAL VOODOO RHYTHM HOOTENANNY, Samstag 26. Februar 2005, Dampfzentrale Bern, ab 21h
Wer sich auf’s neue Loop lesen am Wochenende gefreut hat, muss sich noch ein bischen gedulden. Denn auf keinen Fall gilt es das VOODOO RHYTHM HOOTENANNY zu verpassen. Wo sonst gibt es denn eine One-Man-Band zu sehen, welche Drums, Gitarre und Orgel vereint? KING AUTOMATIC heisst die neuste VR-Entdeckung. Dieser hat bei den unschlagbaren THUNDERCRACK die Felle traktiert und hat sich nun aus geographischen Gründen verselbstständigt. Alleine schon stundenlanges Schneeschuhlaufen wert sind ROY & THE DEVILs MOTORCYCLE und ihr einzigartiges Gebräu aus hypnotischem Blues und abgedrehtem Garage-Punk. Kein Psychobilly übrigens. ZENO TORNADO & THE BONEY GOOGLE BROTHERS spielen höchst versierten Bluegrass und Country und singen von Schundromanen die sich bei Cowboys halt so ereignen. Wer immer noch fassungslos den UNBELIEVERS von REVERND BEAT-MAN nachtrauert, hat endlich wieder mal ein Licht am Himmel. Denn für diesen Anlass werden FUZZY J "GOD" an der Slide-Gitarre und BROTHER JANOSH am Tape-Deck den Meister unterstützen. Wie es einem HOOTENANNY entspricht, werden sich bestimmt noch etliche Überraschungen ergeben. Und DJs-Galore dazwischen und bis in die frühen Morgenstunden ist bei einem solchen Anlass eh selbstverständlich. Für Links wegen dem naheliegensten Flughafen und weiteren nützlichen Infos einfach wieder mal bei VOODOORHYTHM.COM reinschauen. (ph niederberger)


In Hoot und Annies Küche

Das Berner Kult-Plattenlabel Voodoo Rhythm Records reanimiert in der Dampfzentrale den vergessenen Hootenanny.

Was um alles in der Welt ist Hootenanny? Eine Geisterstadt im Westen Colorados?

Ein flauschiges Kaffeekränzchen? Irgendwas Gestricktes? «Ganz einfach» sagt Herr Beat-Man, Blues Trash-Künstler und Mann hinter dem kauzigen Plattenlabel Voodoo Rhythm Records: «Hootenanny ist Party!»

Keine gewöhnliche Party, versteht sich. Hootenanny ist vielmehr das Gefäss für eine Rockshow, bei der wenig geplant und alles möglich ist. Die Idee ist beileibe nicht von Beat-Man. Hootenannys besitzen Tradition. So heisst es, dass in den 1920er Jahren an den Partys des Wild-West-Schauspielers Edmund «Hoot» Gibson und seiner Frau Annie ausufernde Jam-Sessions bis in die frühen Morgenstunden stattfanden. Wo wurde gefeiert? «At Hoot ?n? Annies!» Bei Hootenannys.

Bei Woody Guthrie wurde um 1940 der Hootenanny zur ausgelassenen, linkspolitischen Party mit reichlich Tanz und Getränken und gemeinsam gesungenen Antirassismus- und Friedenssongs. Diese engagierte, demokratische und improvisierte Konzertform wurde Anfang der 1960er Jahre sogar regelrecht Mode ? nicht nur in den USA, sondern auch für die Folksong-Rezeption der DDR. Dann verblasste Hootenanny.

Nun wird Hootenanny in der Dampfzentrale entstaubt. «Das Konzept ist genial», sagt Beat-Man: «Es spielt nicht einfach eine Band nach der anderen, sondern alle Musiker zusammen, miteinander und abwechselnd. Dazu wird getrunken und Party gemacht.»

Schliesslich ist es so, dass Hootenanny, also das musikalische Miteinander, im Hause Voodoo Rhythm seit jeher grossen Stellenwert hat. Die Bands, die bei Beat-Man ihre Platten pressen lassen, sind eine bunte, verschworene Familie Monster. Sie organisieren zusammen obskure Shows, die meist über das rein musikalische Ereignis hinausgehen und mit verschrobenen Performances und schwarzhumorigem Entertainment stets einen Mehrwert bieten. Welche Faszination von solcher Unterhaltung ausgeht, hat der riesige Erfolg der grandiosen Grusel-Oper «The Day of the Dead» auf der schwimmenden Arteplage an der Expo02 gezeigt.

 

So versprechen auch die, vornehmlich aus den Reihen von Voodoo Rhythm Records rekrutierten Bands ein Hootenanny der besonderen Art. Die Berner Blue-Grass-Kapelle Zeno Tornado and the Boney Google Brothers spielen Cowboy-Songs wie sie ur- und unamerikanischer nicht sein könnten. Der Teufel steckt dabei wohl weniger in der traditionellen Musik aus Banjo, Fiddle, Bass und Gitarre, als in den wüsten Texten. Wüste Reime kennt auch Beat-Man alias Reverend Beat-Man. Mit Brother Janosh und Brother Fuzzy J spielt er Gospel-Trash und primitiven Rock ?n? Roll mit soviel Dreck, dass selbst Chris von Rohr seine Klappe halten würde. King Automatic dagegen ist kultivierter Franzose. Eine Ein-Mann-Band, die Schlagzeug, Gitarre und Orgel spielt ? alles zusammen und obendrauf noch locker Gesang. Schliesslich sind da noch Roy and the Devil?s Motorcycle aus Oberdiessbach bei Thun, die in ihrer fünfzehnjährigen Bandgeschichte noch nie auf Tournee gingen. Das machen sie nicht, heisst es in der Bandinfo, sie wollen einfach nur spielen, irgendwo zwischen Velvet Underground und Elmore James. So hat der Gitarrist seinen Rücken meistens dem Publikum zugewendet, weil ihm einfach egal ist, dass da eine Zuhörerschaft ist.

Der kommerzielle Aspekt sei bei Voodoo Rhythm-Bands nicht wichtig, sagt Beat-Man.

Viel wichtiger sei «das eigene Ding». So ist er stolz darauf, dass die Bands seines Labels kaum je am kommerziellen Radio oder auf MTV gespielt werden.

«Mit unserer Musik ist nicht viel Geld zu machen», sagt Beat-Man: «Da ist es umso wichtiger, dass wir Musiker gut vernetzt sind. Schliesslich ist es bei Voodoo Rhythm ein Geben und Nehmen.» So ist auch der Luzerner DJ Wicked Wiggler, der am Hootenanny die Plattenspieler einheizt, ein alter Spezi des Reverend Beat-Man: Man wechselt sich gegenseitig beim Babysitten der Junioren ab.

Markus Züger


Voodoo Rhythm Records

Jurastrasse 15

3013 Bern

Switzerand

 

info@voodoorhythm.com